Longerich


Vereine prägen das Leben Kölns und das ist auch in diesem Stadtteil nicht anders: Egal ob Karnevalsverein oder Sportclub, hier kommt jeder Bewohner auf seine Kosten.

Longerich bestand ursprünglich aus mehreren „Veedeln“ genannten Teilen, die erst Ende des 19. Jahrhunderts zusammengelegt wurden. Zu dieser Zeit wurde Longerich auch als Stadteil Köln eingemeindet. Schon seit Jahrhunderten war das Gebiet aber besiedelt, eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Frühmittelalter. Es wird angenommen, dass schon die Römer zumindest eine temporäre Siedlung in dem Gebiet des heutigen Longerichs errichtet hatten.

Wie viele andere Stadtteile Kölns erlebte Longerich einen rasanten Anstieg der Bevölkerung in den 1930er Jahren. Damals wurde die „Alte Gartenstadt Nord“ errichtet. Diese Siedlung besteht aus Einfamilienhäusern mit Gärten. Zweck der Gärten war es, den Bewohnern die Selbstversorgung durch Anbau von Gemüse zu ermöglichen. Die Siedlung wurde im Zweiten Weltkrieg nur wenig in Mitleidenschaft gezogen und ist heute noch bewohnt. In den späten 1950er Jahren entstand dann die „Neue Gartenstadt“. Der Bau dieser Siedlung wurde von der Kirche anlässlich des Katholikentages 1956 gefördert, weshalb vor allem kinderreiche katholische Familien in die schmucken Einfamilienhäuser einzogen und die Häuser bald als „Katholikentagsiedlung“ bekannt war. Eine dritte bedeutsame Siedlung Longerichs ist die so genannte Ungarnsiedlung. Im Zuge des Ungarnsaufstand 1956 flüchtete eine große Anzahl von ungarischen Staatsbürgern nach Deutschland. In Longerich wurden für diese Familien neue Reihenhäuser gebaut. Um eine Ghettobildung zu vermeiden, wurden von Anfang an auch Deutsche in der Ungarnsiedlung untergebracht. Diese drei Siedlungen prägen Longerich bis heute. Das eigentliche Zentrum findet sich aber in Alt-Longerich, wo sich auch die neugotische Pfarrkirche St. Dionysus sowie der ehemalige Hauptbahnhof (heute eine S-Bahn Station) befinden. Das restliche Gebiet von Longerich ist ebenfalls durch Einfamilienhäuser mit Gärten geprägt. Daher ist Longerich ein vor allem bei Familien äußerst beliebter Stadtteil.

Longerich ist ein äußerst lebendiger Stadtteil, der vor allem durch das aktive Vereinsleben geprägt wird. Die Bewohner sind sehr stolz auf ihre typischen Kölner Traditionen. Die zwei ansässigen Karnevalsvereine organisieren jährliche Umzüge, der Schützenverein veranstaltet ein Schützenfest und auch die Freiwillige Feuerwehr von Longerich ist äußerst aktiv. Für musikalische Bürger gibt es mehrere Chöre und Bands. Sportbegeisterte werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen. So spielt der Handballverein „Longericher Sport Club“ erfolgreich in der Regionalliga. Der Radclub „RRC Günther 1921 Köln-Longerich“ veranstaltet jährlich mit dem „Cologne Classic“ ein weithin bekanntes Radrennen. Wilfried Peffgen, ein Mitglied dieses Rennradvereines, ist sogar dreifacher Weltmeister.

Auch die Kirche spielt in Longerich noch eine große Rolle. Insgesamt findet man in diesem Stadtgebiet vier Gotteshäuser, deren Mitglieder gut im „Dorfleben“ eingebunden sind.

Longerich hat auch eine Vielzahl an Geschäften (insbesondere im alten Ortskern, auf der Longericher Hauptstraße und der Grethenstraße), die die Nahversorgung gewährleisten. Die Schwestern des Klosters der Cellitinnen betreiben ein in den 1960er Jahren errichtetes Krankenhaus. Die Bewohner wissen diese hervorragende Infrastruktur zu schätzen. Mehrere Buslinien und die Stadtbahn garantieren überdies eine schnelle Fahrt in die Großstadt Köln. Dank der Nähe zum Stadtteil Ossendorf, wo zahlreiche Produktionsfirmen ihren Sitz haben, wohnen auch viele Mitarbeiter der Medienbranche in Longerich.